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China News & Views 7/03  

 English Version below

 

Cina - Hong Kong: Abkommen für engere  wirtschaftliche Partnerschaft “CEPA”

bietet ausländischen Unternehmen wenig Vorteile  -und Hong Kong auch nicht. 

 

Seit 1997 feiert Hong Kong den 1. Juli als „Tag unserer Heimkehr ins Mutterland“, und auch diesmal wieder kam hoher Besuch: Chinas Premierminister Wen Jiabao kam, winkte wo er ging und stand, küsste Kinder, redete  freundlich Nichtssagendes und brachte als ordentlichern Gast auch ein Geschenk mit: CEPA.

Dieses Abkommen erlaubt es, in Hong Kong hergestellte Waren zollfrei nach China zu exportieren. Ferner gestattet es in Hong Kong ansässigen Firmen aus dem Dienstleistungsgewerbe wie Anwälten, Banken, Buchprüfern, Consultants, Fuhrunternehmern, Spediteuren, Versicherungen, Werbeagenturen usw. zu erleichterten Bedingungen in China aktiv zu werden. Unsere Obrigkeit überschlägt sich dann auch schon seit Wochen, CEPA als wahren Goldregen von jenseits der Grenze und Hong Kongs Durchbruch zu Reichtum für Jedermann zu bejubeln, doch was bleibt bei näherem Hinschauen?

 

Was die in Hong Kong hergestellte Waren angeht, so könnte China ebenso gut Zollfreiheit für deutsche Kohle versprechen: Das Gros der Hong Konger Produktionsbetriebe wanderte schon seit den 80ern über die Grenze ab, wo Arbeitskräfte spottbillig im Überfluss zu haben sind. Unsere Fabrikgebäude stehen lange leer, viele verfallen, andere werden -nach zähem Feilschen mit den Behörden um Neufestsetzung der (englischrechtlichen) Erbpacht- zu Wohnungen, Büros, Läden usw. umgebaut. Die hier noch produzierten Uhren, hochwertigen Textilien und sonstigen paar Dinge fallen kaum in Gewicht und gehen zudem meist nach Europa oder in die Staaten.

Es ist auch kaum anzunehmen, dass Hong Kongs Produzenten nun ihre Betriebe jenseits der Grenze wieder schließen und heimeilen, denn WTO bedingt sinken Chinas Zölle ohnehin auf breiter Front. Vor allem aber: Wer in China bei den Löhnen 80 und mehr Prozent spart, wird von ein paar Prozent Zollerlass (zumal viele ohnehin ihre „diskreten“ Einfuhrwege haben), nicht sonderlich beeindruckt sein. Das gilt auch für die in allen Festreden nun prophezeiten  Investoren aus dem Ausland: Denkbar  allenfalls, dass etwa ein Hersteller von Kosmetika seine Salben und Tinkturen für den chinesischen Markt nun bei uns zusammenrührt. Das wäre nicht personalintensiv, und der Preisvorteil gegenüber (zollpflichtigen) Produkten aus anderen Ländern hoch. Doch hier kommt gleich die nächste Hürde: Was für CEPA als „Made in Hong Kong“ gilt, soll mit China bis Anfang nächsten Jahres erst noch festgelegt werden. Bis (mindestens) Januar 2004 bleibt also in jedem Fall alles beim Alten!

 

Auch Hong Kongs Serviceindustrie wird an der rosaroten Zukunft deutliche Abstriche machen müssen: Zwar dürfen Hong Kongs Anwälte, Wirtschaftsprüfer usw. zukünftig auch in China praktizieren. Jedoch müssen sie zunächst einmal die dortigen Examen ablegen, was Zeit kostet, die bekanntlich Geld ist. Zudem sind die von chinesischen Firmen bezahlten Honorare gegenüber denen in Hong Kong geradezu lächerlich. Auch jetzt schon arbeiten internationale Kanzleien –durch chinesische Partner mehr oder weniger getarnt-  zwar in den Wirtschaftszentren Chinas. Ihre saftigen Honorare akzeptieren jedoch fast nur andere Auslandsfirmen, die noch an Recht und Ordnung auch im Reich der Mitte glauben, oder deren Stammhaus daheim ordentliche Bilanzen verlangt. Wer mit Hong Konger Stundensätzen als Anwalt oder Buchprüfer lokale Kunden sucht, jagt den Regenbogen. Das mag sich mit den Jahren ändern, doch noch ist es so!   

Was die neue Freizügigkeit für Hong Kongs immens wichtiges Finanzgewerbe angeht, so bleibt auch die mehr als im Rahmen:  Das Gros der hier beheimateten Banken ist schon seit Jahren in China und darf auch mit CEPA chinesische Landeswährung weder frei von einheimischen Sparern hereinnehmen noch ausleihen.

Devisenbeschränkungen behindern auch das  Versicherungsgewerbe nach wie vor, und (nicht nur) Hong Kongs zahlreiche Börsenmakler, die angesichts magerer Jahre einen Schub gut gebrauchen könnten, dürfen in China weiterhin legal so gut wie nichts, erst recht keine Hong Kong- oder Auslandswerte handeln.

Sogar unseren Spediteuren, soweit sie in China Lagerhallen bauen wollen, gibt CEPA nur etwa ein Jahr Vorsprung, denn in 2005 wird das Land gemäß WTO ihren Kollegen aus aller Welt Tür und Tor öffnen müssen.  

 

Nichts fanden wir im CEPA Abkommen (bei dessen Lektüre allerdings auch gutwillige Leser mit dem Schlaf ringen) an den lang erhofften Erleichterungen für Hong Kongs Groβ- und Einzelhandel: Er bleibt in China weiter auf die Rolle des Minderheitspartners eines Joint Ventures mit Chinesen beschränkt oder muss illegal operieren –viele tun’s. Falls nicht zumindest hier noch etwas kommt, wird man CEPA wohl als PR Maßnahme abtun müssen.

 

Sicherheitshalber hat man dennoch auch für den Fall vorgesorgt, dass irgendwelche Ausländer an CEPAs mageren Segnungen teilhaben wollen, indem sie in Hong Kong schnell eine Firma gründen: Nur hier bereits „länger“ niedergelassene Firmen sind qualifiziert. Diesbezügliche Einzelheiten will man ebenfalls bis Anfang nächsten Jahres definieren, was auch Gelegenheit geben soll, die Hürden nach Bedarf noch anzuheben oder doch zu senken. Um Hong Kongs Volkszorn mit unserer Obrigkeit zu besänftigen -in diesem Jahr „begingen“ 500,000 Menschen aller Schichten und Altersgruppen den Tag unserer Wiedervereinigung mit einem der gröβten Protestmärsche, die diese 7 Millionenstadt je sah-  wird es jedoch sehr viel mehr erfordern als ein paar Feineinstellungen: Falls nicht ein Wunder geschieht, sieht der Mann auf der Strasse hier CEPA bald nur als weiteren Flop der Hong Konger Regierung, und die gilt (nicht immer ganz zu Recht) mit Versagern schon als gut sortiert.   

 

Mit besten Grüßen aus Hong Kong
Ihr DEUTSCHE CONSULT Team
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China – Hong Kong: Closer Economic Partnership Agreement

“CEPA” of little benefit to Hong Kong -and even less to foreign investors.

 

Since 1997, Hong Kong celebrates July 1st as the anniversary of our “return to the Motherland”, and each year Beijing’s leaders fly in with much ado. This time around, prime minister Wen Jiabao made an appearance. Waving and smiling all the way, he kissed children, blessed the media with a few sweet nothings and brought us a present: CEPA.

 

This Closer Economic Partnership Agreement will allow duty-free imports of all “Made in Hong Kong” products into China, and is to facilitate entry to the Motherland for Hong Kong companies from 16 service sectors: Banks, chartered accountants, forwarders, insurers, law firms and those engaged in logistics, management consulting or PR (to name the most important ones); all these, their staff, and thus Hong Kong as a whole now stand to reap huge benefit and indeed wealth from our Mother’s loving gift, -or so our local leaders tell us untiringly;  but is it true?  

 

Where “Made in Hong Kong” products are concerned, China might as well allow duty-free import of Canadian wine: Since the 80ies, our manufacturing industries have, lock, stock and barrel, moved across the border, where labour is abundantly available and by all standards dirt cheap. Many of Hong Kong’s old factory buildings are now empty, decaying monuments of our industrial past (some have been re-developed into offices, shops or apartments, but our good government –heir-at-law to all former crown land here- charges high premiums for this laudable exercise, thus leaving us with still quite a number of eyesores in many parts of town).

Hong Kong's few manufacturers of watches, jewellery and high-end garments, who have indeed staid put, today are little more than footnotes in our economy, and their buyers usually sit in the States or Europe –not in China.

With labour across the border costing at least 80 per cent less than here, and China’s import duties (in line with WTO commitments) rapidly falling anyway, one would be naïve to expect any reversal of the said exodus or significant influx of new manufacturing industries from abroad. As a rare exception, the cosmetics sector comes to mind:  Finishing all those China-bound creams, pastes etc. here should be a mechanised, not labour intensive process, and exemption from otherwise high import duties could indeed result in a competitive edge for cosmetics “Made in Hong Kong”. Sadly however, the definition of what constitutes a Hong Kong product will still have to be agreed upon with Beijing, and this is scheduled to take until January 2004. At least until then it’s business (and payments of Chinese import duty!) as usual in any event!

 

Equally, Hong Kong’s immensely more important service sector has little reason for exuberance: All major Hong Kong incorporated banks already have operations in China. Rather than more branches, our banks need full access to China’s local market and local currency. Fearing for the competitiveness of its state-owned banks, Beijing’s “gift”, however, does not ease any of these restrictions imposed on all foreign banks, Hong Kong’s included.

On a similar note, Hong Kong based stockbrokers and insurance companies can hardly see CEPA as a licence to print money: Convertibility of the Chinese currency (on capital account) remains severely restricted, and so is any local sale of foreign currency denominated securities or insurance policies. As a consequence, Hong Kong’s brokers and insurers are left to sell strictly local and thus relatively unattractive products in an already crowded market. Not exactly a goldmine one might add.  

Indeed CEPA has opened China’s doors to Hong Kong’s legal eagles and accountants, if they sit for and pass the country’s exams; this involves time, which, we all know, is money. More importantly still, local Chinese clients pay just a fraction of what lawyers and accounting firms can charge in Hong Kong, and all those foreign professionals who, going through local partners, already operate in China, justly focus on foreign owned operations there: Only the latter are willing to pay high fees, as they often still believe in the role of lawyers within the country’s legal system, respectively have their overseas headquarters' high accounting standards to meet.  

As to forwarding and logistics, Hong Kong based firms had better think hard before investing in warehouses etc. in China: Starting 2005 the Motherland will (compliments of WTO) be a free for all, thus giving our forwarders only a smallish head start.  

 

Yawning our way through the pompously worded, longish and in many parts dead boring Agreement, we have found nothing to raise the spirits of Hong Kong’s wholesalers and retailers: After a short period where China had given some positive smoke signals to our many traders here, CEPA keeps them firmly confined to junior joint venture partners with local Chinese –or illegality, which many choose.

 

As if its scant practical benefits did not already reduce CEPA to little more than a PR exercise, its authors have deemed it only prudent to add an extra caveat against non-Hong Kong resident foreigners, who might otherwise try to jump on the (perceived) CEPA bandwagon by simply incorporating a company in our “City of Lights”: The Hong Kong company must be “an established one”. More precise definitions will, however, (here too) still be agreed upon by the end of the year. In other words: Do not expect anything to change –for the better- before January, 2004!

 

Without more tangible benefits for Hong Kong, CEPA is likely to be seen by the proverbial man in the street as yet another flop in a scenario, where 500,000 Hong Kongers from all walks of life, this July 1st  celebration day, went on the march to air their (in our view often but not always justified) anger and frustration with our government and its chief executive; one of the biggest mass protests this city of 7 million souls has ever seen!  

 

With kind regards
Your DEUTSCHE CONSULT Team
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