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China News & Views 6/05  

English Version below

 

 Chinesen als (wählerische) Käufer ausländischer Unternehmen.

 

Vorbei sind die Zeiten, wo Chinesen als Käufer westlicher Betriebe im Ausland allenfalls mal ein konkursreifes Walzwerk erstanden, um dieses dann dort ab- und daheim wieder aufzubauen. Überhaupt hat China als Abladeplatz der westlichen Industriestaaten für gebrauchte Maschinen groβ und klein, seit Beijing den Import stark reglementiert, weitgehend ausgedient.

Was die Chinesen -mit dem Segen der Zentralregierung- als Käufer im Ausland heute interessiert sind (in dieser Reihenfolge!) Rohstoffvorkommen, international bekannte Markennamen und (sehr selektiv)  technisches Know-how.

 

Im industriellen Dauerboom saugt das, allenfalls mit eigenen Kohlevorkommen halbwegs ausreichend versorgte Land die Rohstoffmärkte dieser Welt geradezu trocken, und ist sich seiner  diesbezüglichen Erpressbarkeit durch die US geführte Welt voll bewuβt. Auch allzu groβe Abhängigkeit vom russischen Nachbarn erscheint untunlich: Letzterer hat zwar auβer Rohstoffen nicht viel zu verkaufen und braucht Geld. Politisch betrachten Moskau und Beijing einander jedoch eher mit Argwohn: Der Schock der implodierenden Sowjetunion macht Ruβand  aus chinesischer Sicht zum unsicheren Kandidaten. Andererseits weiβ Moskau, dass China zumindest Teile der menschenleeren Weiten auf russischer Seite der langen gemeinsamen Grenze gut gebrauchen könnte, und der Grenzverlauf überdies teilweise bis heute strittig ist.

So kauft China denn in aller Stille (die angesichts der Beträge, um die es hier geht, um so beachtlicher ist) von Australien bis Südamerika Minen,  Abbaurechte und/oder schlieβt langfristige Lieferverträge für alle Rohstoffe, die es als die kommende Industrienation dieser Welt braucht. Ganz ohne Lehrgeld kommt herbei zwar auch China nicht davon: So drehte man vor Jahren schon in Peru (?) den Chinesen eine Eisenerzmine an, die stark radioaktiv und damit unbrauchbar war. Das Konzept stören solche Zwischenfälle jedoch nicht, und Chinas Teilnahme am Wettlauf um Rohstoffe hat im Grunde erst begonnen. Wie der momentane Preiskampf um den amerikanischen Ölkonzern Unocal, dessen wichtigste Quellen -für China besonders interessant- in Südostasien liegen, zeigt, sind dabei dann selbst Beträge um USD 20 Mrd. (ein Preis, der in der Fachwelt eher als teuer gilt) kein Thema.

 

Ebenfalls vorbei sind die Zeiten, wo China sich mit seiner Rolle als "Werkbank der Welt" begnügte: Das Land produziert und exportiert inzwischen zwar auch komplizierte, hochwertige Maschinen. In Kürze wird es die westliche Welt sogar mit -für den Anfang- eigenen Kleinwagen  beglücken, und die bisherigen Platzhirsche schon über den Preis das Fürchten lehren (deren urplötzlicher Eifer, nun auch ihrerseits wieder für jedermann erschwingliche Billigautos zu bauen, kommt nicht von ungefähr!)
Dennoch steht "Made in China" immer noch eher für billige Textilien, Plastikzeug usw., allenfalls noch Haushaltsgeräte. Auch nur halbwegs bekannte Markennamen gibt es nicht. Ihr Aufbau wurde seit Chinas Öffnung schlicht versäumt (Taiwan ging es, abgesehen von einer kleinen Handvoll Namen wie Acer, übrigens kaum besser). Da die Nachholung viel Zeit kosten würde, die sich das Land nicht gibt, halten chinesische Unternehmen mit zentralem Segen jetzt eifrig Ausschau nach internationalen Brand Names. An Geld fehlt es dabei nicht, was aber keineswegs heiβt, dass die Sendboten des Reiches der Mitte beim Shopping jeden Preis bezahlen; vielmehr sind sie mit allen Wassern gewaschene, ja bisweilen entnervende Verhandler/Schacherer: Das presseträchtige Hin und Her um Englands totes Paradepferd, MG Rover, wo es um Technologie und Markenrechte geht,  ist da nur jüngstes Beispiel.

 

Von westlichen Anbietern (ob nun Ein-Mann Erfinder oder Groβbetrieb), häufig überschätzt wird Chinas Interesse an Know-how, denn allgemein gilt: Chinesen bezahlen hierfür an sich nur dort, wo sie es nicht stehlen können, und meist können sie's. Wo immer Ausländer im Lande produzieren oder herstellen lassen, wechselt alles, was dazugehört, faktisch den Besitzer.

So kommt es immer wieder vor, dass chinesische Hersteller  bei der Lohnfertigung (nicht nur) bekannter Modeartikel wie Designer-Handtaschen usw. das Band nach Abwicklung des offiziellen Auftrags schlicht noch laufen lassen. Die so erzeugte Überschussproduktion ist dann in jeder Hinsicht original und findet (von Zwischenhändlern als Rest- oder Sonderposten vertrieben) ihren Weg in die Regale der Kaufhäuser und Boutiquen dieser Welt.

Anderes wird mehr oder weniger gut  -stets aber weit billiger als das Original- kopiert; manches dabei sogar so weiterentwickelt/verbessert, dass es ein neues Produkt darstellt, welches dem, was da Pate stand, überlegen -und obendrein billiger ist.

Wo selbst Riesen wie Microsoft sich der Piraterie kaum erwehren können, sind kleinere Unternehmen des Westens erst recht machtlos, und die Chinesen wissen es.

 

Eher groβzügig zahlt China Know-how vor allem dort, wo man sich den Lieferanten gewogen halten will/muβ. So macht Israel im militärischen Bereich mit Beijing seit vielen Jahren schon gute Geschäfte. Der jüngste -allseits zu erwartende- Aufschrei der Amerikaner wegen seiner Modernisierung der chinesischen Flotte unbemannter Flugzeuge (sog. Drohnen) dürfte dabei ebenso im Preis berücksichtigt worden sein, wie Israels öffentliche Entschuldigung für diesen Deal. Nicht einmal der Umstand, dass Tel Aviv hier und da auch Taiwan Militärisches verkauft, kann solche Freundschaft trüben. Geschäft ist halt Geschäft, und wer verstünde das besser als Chinesen.

 

Wer von unseren Lesern meint, dass sein Betrieb für die (ganz oder teilweise) Übernahme durch Chinesen interessant sein könnte, möge uns -selbstverständlich streng vertraulich- gern ansprechen. Oft können wir -ohne für solch erstes Gespräch gleich Rechnungen zu schreiben- zumindest mit einem ersten, gemeinsamen Abklopfen der Möglichkeiten behilflich sein.

 

 

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Chinese with Deep Pockets Selectively Buying Foreign Companies

 

Those were the days, when the Chinese were virtually absent from the international M&A scene: At best they would buy some  financially troubled steel mill, to be carefully disassembled and shipped home. But the times they are changing, fast and dramatically: Armed with fat cheque books, their government's blessing, and a clear concept, Mao's heirs are now on their way to -here too- take centre stage; their sights being firmly set (in the order of priority) on access to natural resources, international brand-names, and (selectively) technical know-how.   

 

The country's industrial boom and seemingly unquenchable thirst for oil, gas, ores, minerals and all sorts of natural resources (excepting coal perhaps, which China has), makes it a courted buyer in world markets, but is also China's Achilles heel:   Much of the world's resources is under varying degrees of US control, and, over time,  rivalries between Washington and Beijing are bound to intensify.

Neighbouring Russia has lots of natural resources, little else to sell, and certainly needs money. The Soviet Union's implosion, however, has not exactly enhanced China's trust in Moscow's stability. Furthermore,  disputes over some  parts of the vast border between the two countries still remain unresolved.

In this situation it can hardly surprise that China buys mining rights, oil- and gas wells and access to all sorts of natural resources, where it finds them. Relevant deals have already been struck in Australia  and South America. Now US oil conglomerate UNOCAL is on Beijing's shopping list. The fact that UNOCAL has wells in Southeast Asia, makes this a particularly  attractive target , wherefore China has put a hefty USD 20 billion on the table; an offer so generous that it will almost certainly discourage rival bidders. Where Beijing really wants something, money is not an issue.

 

Second on China's shopping list are international brand-names:

Although the country also makes and exports sophisticated machinery and will soon enter the international arena with its own passenger car, the country is still  widely perceived as being the world's workbench mainly for low-tech goods. Even the giant Haier group, maker of all sorts of white goods, outside China is hardly a household name. As building a brand-name takes considerable time, which China feels it does not have, the only alternative is buying: The IBMs of this world are not up for grabs every day though, and as a consequence, the Chinese often have to make do with lesser names. They are, however, outright picky,  know every trick in the book when  it comes to bargaining, and  can endlessly draw-out negotiations, where time is on their side;  the never ending saga of China buying Britain's capsized flagship MG Rover being a case in point.

 

Technical know-how clearly ranks last on China's shopping list: Here the Chinese only fork out money, where such knowledge  cannot be "acquired" (some say "stolen") for free, and in many or most cases it can, as each and every one of  those legions of foreigners manufacturing in China inevitably also transfers a certain amount of know-how, which the Chinese then put to good use. Items of interest are not only copied but further developed and improved. The resulting "Made in China"  variation is often equal or better than the original -and always significantly cheaper.

One noteworthy exception, however, is military hard- and software:  Israel in particular maintains a close and cozy relationship with Beijing in this field. Their friendship cannot even be troubled by the fact that Tel Aviv occasionally also caters to Taiwan's military needs. Business is business, and who could better understand this simple fact of life than China?

 

Any of our readers interested in discussing the issues raised herein are, of course, most welcome to contact us, and fear Thee not: This service is complimentary.

 

With best regards

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