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China News & Views 5/03  

 English Version below

 

1. SARS: In Hong Kong scheint das Schlimmste vorüber; nicht jedoch in China.

 
Das Sterben an SARS dürfte zwar auch in Hong Kong noch einige Zeit anhalten. Die Opfer liegen jedoch oft schon seit Wochen auf den Isolierstationen der Krankenhäuser, und für rd. 50 Prozent der über 60jaehrigen kommt SARS nach bisherigem Erkenntnisstand einem Todesurteil gleich. Jeden Tag werden jedoch auch Geheilte in großer Zahl entlassen, und Neuzugaenge junger wie alter SARS Kranker halten sich nun seit einigen Tagen schon im einstelligen Bereich.
Besucher aus dem Ausland meiden Hong Kong zwar nach wie vor, und auch wir selbst erzeugen als Reisende dort eher Angst und Argwohn. Hong Kongs Strassen und Kaufhäuser füllen sich jedoch allmählich wieder mit Menschen, und die Zahl der Maskenträger schwindet täglich. Auch das mit banger Hoffnung erwartete Muttertagsgeschäft der Restaurants scheint halbwegs positiv verlaufen zu sein -den Umständen entsprechend jedenfalls.
 
Weit weniger Anlaß zu Optimismus besteht dagegen in Beijing oder Kanton, und in anderen Landesteilen könnte die Bombe erst ticken: Zwar mag China mit seinen SARS Meldungen jetzt eher um Wahrheit bemüht sein (siehe China News & Views 4/03). Tatsache ist jedoch auch, daß dei aerztliche Versorgung in den ländlichen Regionen des Riesenreiches oft noch sehr zu wünschen übrig läßt und überdies nicht umsonst ist. Das Volk jedoch ist arm, und so geht man nicht zum Arzt, man wird allenfalls getragen. Hieraus schon ergibt sich die Gefahr hoher Dunkelziffern auf dem Lande, doch weit schlimmer noch: Das Heer der billigen Arbeitskräfte in den Ballungsgebieten kommt aus allen Landesteilen, und als die Seuche ruchbar wurde, flohen die Leute in solchen Scharen in ihre oft weit entfernten Heimatdörfer, daß manchen Fabriken jetzt die Arbeiter fehlen. Als Quarantänemaßnahmen der Obrigkeit und Straßensperren mancher Landgemeinden griffen, hatten sich Millionen von SARS Flüchtlingen bereits im Land verstreut. Sollten sie alle gesund gewesen sein? Es wär' ein Wunder. Eher steht zu befürchten, daß nach solcher Völkerwanderung nun auch manch fernes Dorf bereits den Virus hat. Die Zentralregierung ist sich dieser Gefahr inzwischen voll bewußt, und auf jeden Dorfschulzen hageln jetzt  Anweisungen nieder. Doch China ist groß und auch die roten Zaren weit. Deren Bereitschaft und Macht, notfalls auch brutal durchzugreifen könnte sich, sollte die Sache nicht gut ausgehen, allerdings sogar als letzte Medizin erweisen: Die Abriegelung ganzer Landstriche durch Truppen mit Schießbefehl ist auch im heutigen China alles andere als undenkbar und würde vom Gros der nicht selbst betroffenen Bevölkerung ggf. sogar gefordert und begrüßt: Jetzt schon verpassen die selbst ernannten Dorfwehren an den besagten Straßensperren Unbotmäßigen schnell Prügel und/oder einem Eimer Jauche ins ortsfremde Kfz. 
Kurz: Wir glauben, daß China auch SARS in den Griff bekommen wird, notfalls mit Gewalt. Ein Ende ist jedoch noch nicht abzusehen; -und der Schaden für Chinas wie Hong Kongs Wirtschaft auch nicht.
 
Nicht abzusehen ist auch die Entwicklung in Taiwan: Zwar verordnet man dort aus Hong Kong anreisenden Ausländern wie Landeskindern 10 Tage Quarantäne. Im Rahmen des damit verbundenen Papierkrieges kam/kommt es jedoch vor, daß die zuständigen Behörden die "Isolierten" ins Amt einbestellen und sogar mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen ließen...  
 
2. Interesse des Auslandes an Firmengründungen in Hong Kong ungebrochen.
 
Selbst auf Firmengründungen und Verwaltungen in Hong Kong spezialisiert, nehmen natürlich auch wir gern die Meßlatte, die wir am besten kennen: Mit dem Wegfall unserer wie klientenseitiger Reisetätigkeit mußten auch einige größere Neuprojekte aufgeschoben -nicht aufgehoben- werden. Kann doch auch im Zweitalter von Videokonferenz und E-Mail persönliches Kennenlernen nichts ersetzen, und wir wissen gern für wen wir schneidern.  
Richtschnur für uns: Wir sind weder Versandhandel noch Firmendiscounter. Wer alles im Dunkeln lassen, selbst Telefonkontakt ausweichen, aber (ohne erkennbaren Grund) sogar an unseren Standardverträgen und/oder -im englischen Recht, das hier nach wie vor gilt, sehr wichtigen- Statuten für die von uns zu gründenden Firmen "basteln" möchte, muß sich schon ein paar Fragen unsererseits gefallen lassen -oder schlicht eine andere Kanzlei heimsuchen.
 
Nahezu konstant waren die Warengeschäfte der von uns verwalteten Firmen hier. SARS bedingte Lieferverzögerungen aus China beobachteten wir selbst nicht, hörten jedoch hier und dort davon.
Bestellungen ex Hong Kong von Warenlieferungen aus Taiwan hingegen sind zumindest dann nahezu unmöglich, wenn zur  Endabnahme vor Verschiffung jemand aus Hong Kong anreisen, zunächst einmal aber 10 Tage in Quarantäne verbringen müßte. Bei der momentanen Hysterie des Amtsschimmels dort  ist Ausländern, die gerade jetzt nach Taiwan müssen, sogar dringend abzuraten, nicht einmal im Transit über Hong Kong einzufliegen: 10 Tage Quarantäne sind sonst schnell verordnet und arg vertane Zeit.  

 

Mit besten Grüßen aus Hong Kong
Ihr DEUTSCHE CONSULT Team
1/F Wilshire Park,
12-14 MacDonnell Road,
Central, Hong Kong
Tel.: (+852)  2522 7099
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1. SARS: A Silver Streak on the Horizon in Hong Kong; Dark Clouds over China.

 

Death of SARS is still with us daily in Hong Kong, but now its victims are "old" cases, reaped after weeks of suffering in our isolation wards Furthermore, for 50 per cent or so of all those elderly patients SARS almost amounts to a death warrant; thus many still will die. 

The number of new cases, however, has fallen to below 10 a day recently, and our hospitals now discharge far more SARS victims daily to join the many cured.

Visitors to Hong Kong from abroad are still few and far between, and equally, SARS fear has made Hong Kongers almost unwelcome overseas. Hong Kong's streets, department stores etc. are, however, filled with some life again, and so were our(formerly deserted) restaurants on Mother's Day. The number of those still wearing masks is dwindling rapidly.

 

Whereas Hong Kong may indeed have been through the worst, sadly the same cannot be said of China: Beijing and Canton province are still the vast country's black spots, but both have also attracted millions of migrant workers from all over China. When all those labourers got wind of the disease, they immediately dashed home in such droves that many factories are now short of hands. As a result of this sudden mass-exodus, the virus may already have reached even the remote countryside, where medical care is often basic and -for the generally poor peasantry- difficult to afford. As a consequence, victims of SARS in rural areas are, at least initially, highly likely to go unnoticed and thus unreported.

The central government is clearly aware of the risk that SARS can get out of hand, and it means business; -the fired health minister and Beijing mayor refer (as reported in China News & Views 4/03). Rather than allowing the disease to spread, it is quite capable of sealing off vast areas, bringing in the army if need be; and this time around the general population -excepting those at the wrong end of the barrel naturally- would most probably agree. Let's not forget that even now some villages have set-up their own road blocks, where unwanted visitors from SARS infected regions are beaten back quite literally.

 

In a nutshell, we are optimistic that China will eventually get SARS under control, applying a fair dose of  force even, if necessary. Nobody knows, however, whether the PRC is presently at the end of the crises or just its real beginning.

Nor can anyone at this stage reliably assess the implications of SARS on China's (or Hong Kong's) economy.  

 

Equally dark SARS clouds hang over Taiwan with no end in sight: Foreigners as well as Taiwanese arriving from Hong Kong face 10 days quarantine. A similar fate meets locals who had been in contact with SARS victims. All those in isolation can, however, expect to have their hibernation interrupted by a sudden summons to some health bureaucrat's downtown office, and are then free to follow such call by using public transport for the trip from and to their den... If there were no lives at risk it would be laughable.  

 

 

2. Overseas Interest in Hong Kong Companies Continues Unabated.  

 

As a firm specialising in the incorporation and in-trust management of Hong Kong companies, we are, naturally, tempted to use our line of work as a yardstick for Hong Kong's continued attraction as a corporate hub and tax shelter: As SARS has brought any personal meetings with overseas Clients new and old to a virtual standstill, one may fairly state that some of their new projects have now been postponed but certainly none abandoned.

The more recent trend, where clients just want a Hong Kong company to serve as a financial holding and owner of  accounts/securities portfolios with some bank somewhere in the world goes particularly unabated; to the extent in fact that we have to be increasingly vigilant: Our motto being "Know your Clients", the latter simply have to bear with a few  strictly confidential (!) questions from our side as to relevant parties' identities, nature of their intended business and/or origin of funds. Those who deem even this too inquisitive had better go elsewhere. 

 

China trade routed through the companies managed by us has been quite steady. Shipments from China continue to be effected in a timely manner, although we have heard of some SARS related delays experienced by others.

 

By contrast, buying goods in Taiwan can be tedious at present, as anyone arriving on the island from, or even via, Hong Kong will find himself  greeted with a 10 day isolation order. Although this does not exactly facilitate e.g. pre-shipment inspections etc., Taiwan bound foreigners are well advised to either strictly avoid Hong Kong on their there, or to postpone their orders. Alternatively bring some good books along, those 10 days can be looong.

With kind regards
Your DEUTSCHE CONSULT Team
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