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China News & Views 1/05  

 English Version below

 

1.  Tung Chee-hwa’s Neujahrsansprache: In Hong Kong nichts Neues.

 

 Bemerkenswert an der zweistündigen policy address des Hong Konger Chief Executive Tung Chee-hwa  am 12. 1. war an sich nur seine öffentliche Selbstkritik. Und in der Tat ist Tungs Ansehen beim Mann auf der Strasse hier wie bei den Regierenden in Beijing inzwischen derart angeschlagen, dass der chinesische Präsident daselbst es für notwendig hielt, Tung und seine „Minister“ (die zu den bestbezahlten der Welt gehören) bei kürzlichen Feiern zum Jahrestag der Wiedervereinigung Macaos  vor laufenden Kameras abzukanzeln.  

So motiviert schwadronierte Meister Tung dann auch von eigener Zauderei, Kontaktverlust zum Mann auf der Strasse etc., etc. und gelobte Besserung: Schon einmal dabei, sollen Hong Kongs etwa eine Million Arme (von 7 Mio. Einwohnern) nun bald reicher werden, ihre Kinder gebildeter usw., usw. Auf Konkretes wartete der Hörer jedoch –wieder mal- vergeblich.  Lieber machte der Chef in Zuversicht: Hong Kongs Wirtschaft habe sich voll erholt (was stimmt) und sei optimistisch wie seit 1997 nicht mehr (richtig auch das); die Einführung einer Mehrwert- oder Umsatzsteuer in Hong Kong solle es nun -jedenfalls während seiner zweiten und letzten Amtszeit- nicht geben (lobenswert, denn die in Fahrt gekommene Wirtschaft tut auch dem –im Weltvergleich ohnehin beneidenswert prallen- Staatssäckel wohl). Böse sein konnte dem netten, rundlichen, älteren Herrn, der da seine Rede herunterlas, sicher kaum jemand; -konzentriert zuhören aber auch nicht lange.

 

So bleibt wohl alles wie es ist. Die „Hong Kong Inc.“ macht wieder, was sie am besten kann: Geld, das hier noch allgemein bewundert und geradezu schamlos zur Schau gestellt wird.  Da werden dann auch jene, die derzeit wieder einmal (mit Recht) gegen Hong Kongs Durchsteckerei zwischen Großkapital und Regierenden wettern, irgendwann verstummen und selbst am Tanz ums goldene Kalb teilnehmen.

 

2. Spekulationsgeschäfte USD / RMB: Reichtum über Nacht?

 

Auch wenn noch fast täglich im Internet, scheint die Mär von all den Millionen aus Nigeria, die nur auf barmherzige Abnehmer warten, ebenso in die Jahre gekommen zu sein wie das geheimnisvolle Marcosgold. Letzteren glaubte sich ein Lehrer aus deutschen Landen vor Jahren schon einmal so sicher, dass er hier in Hong Kong anreiste, Lagerraum mietete und dann wider alles Zureden im Hotel auf Godot wartete, bis ihm das Geld ausging.

Jetzt also ist China an der Reihe, denn gleich mehrfach erreichten uns in den letzten Wochen Mails, die, selbstredend streng vertraulich, im Wortsinn märchenhaften Gewinn versprachen, wenn der Leser sich nur helfen lasse, über den Absender (natürlich!) möglichst viel Geld einzusetzen.

Eine solche Eselei aus offenbar deutscher Feder war dabei in ihrer Einfalt eher erheiternd, denn hier begründete der Autor den in Aussicht gestellten Goldregen schlicht damit, dass er bei gleich zwei Staatsbanken in China mit deren „Vorstand“ befreundet sei. Letzterer werde die Einlage dann durch nicht näher beschriebene Geschäfte  (alles sehr vertraulich, Sie verstehen!) schon flott zu mehren wissen. „Ein Freund, ein guter Freund“ kennen Sie noch das Lied?...

 

Weit besser gemacht -und gefährlicher- ist da schon ein weiteres Modell, dessen Erfinder deutlich mehr technisches Wissen zeigen:

Hier winkt man dem Leser mit der angeblich unmittelbar bevorstehenden Aufwertung des chinesischen RMB gegenüber dem USD:

Da Devisenspekulationgeschäfte mit RMB durch die in China geltenden Regularien „zunehmend erschwert“ seien (tatsächlich sind sie streng verboten und allen dabei Ertappten, einschließlich der involvierten Banker, drohen drakonische Strafen!), biete man einem „ausgewählten Kreis“ (zu dem offenbar auch wir gehören!) Partner für offshore USD/RMB Termingeschäfte und Optionen über jeweils glatte 1, 2, 3, usw. Millionen USD an. Bar einlegen muss jeder Teilnehmer 5 % der abgeschlossenen Summe. Der RMB ist als nicht konvertible Währung bei dem Geschäft nur Rechengröße: Gezahlt werden sowohl die Bareinlage als auch ein Gewinn (so es ihn gibt) allein USD.

 

Die beschriebene Konstruktion ist an sich alles andere als neu und von Spekulationen in anderen nicht konvertiblen Währungen längst bekannt. Deshalb halten wir es für durchaus möglich, dass es Banken gibt, die solche Geschäfte anbieten.  Über Junk-Mails und obskure Mittelsmänner werden diese ihre Kunden hierfür jedoch nicht suchen! Wer noch immer an eine baldige, obendrein auch noch drastische Aufwertung des RMB gegenüber dem USD glaubt (wir tun’s nicht!) und „zocken“ möchte, möge dann besser bei den für exotische Produkte bekannten internationalen Banken nachfragen. Die Postbank an der Ecke wird’s allerdings kaum sein.   

  

 

Mit den besten Wünschen zum neuen Jahr aus Hong Kong
Ihr DEUTSCHE CONSULT Team
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1. Hong Kong Chief Executive Tung Chee-hwa’s Policy Address for 2005: Nothing New.

 

The only thing really new in the Hong Kong’s Chief Executive’s longish policy address on 12/1/05 was a litany of self-criticism:  Just returned from a stern rub-down received from none less than China’s president Hu himself, while Tung’s “Ministers” (amongst the highest paid in the world)  and dozens of TV cameras looked on, Tung now equally publicly regretted his “indecisiveness”, “loss of contact to Hong Kong’s people”, etc., etc. and vowed self-improvement.

 

Once at it, he also promised to henceforth do more for Hong Kong’s poor (officially 1 Mio. of our 7 Mio. souls), their children’s education and, for good measure, this City’s general quality of life. Nothing remotely resembling a more detailed action plan though, as Tung then swiftly turned to the brighter side: Hong Kong’s economy has almost fully recovered; general business sentiment is the best since 1997; government income is improving to the extent that at least during Tung’s reign (to end in 2007) former plans to introduce VAT or a sales tax will be put on ice.  The bespectacled, elderly little man reading from his manuscript did everything to ooze optimism, whilst even the hardiest amongst his audience stifled a yawn.

 

In the absence of anything remotely new, one can safely forecast that “Hong Kong Inc.” is now going back to its old ways, where the sole yardstick for success is money: The wealthy flaunt theirs shamelessly, and in return receive adulation/admiration from the poor. Those now reiterating criticism of Hong Kong’s time-honoured collusion between big business and those in government are likely to soon again find themselves out of tune. We have seen it all before; nothing new indeed! 

 

 

2.  Get-Rich-Quick Scams: Dubious junk-mails lure the unwary into USD / RMB gambles.

 

It seems that the well known Nigerian scams, sightings of that illusive Marcos gold, and all those e-mails from distressed African damsels, begging complete strangers to graciously take zillions of Dollars into their care, are slowly losing steam, and in this field too China may soon gain dominance:

The earliest versions of relevant junk-mails sent to us were in German language and almost entertaining in their simplicity: Someone, claiming to have direct access to the CEOs of two state-owned banks in China, offered to assist investors from abroad to deposit USD and/or Chinese RMB with these institutions. Not to be drawn into technicalities, the mail only promised that the author’s said friends would surely arrange for funds so invested to duly and swiftly multiply….

 

Now, however, a far more sophisticated –and thus dangerous-  e-mail scam in English language beckons the unwary:

 

Alleging that China will soon give way to US pressure and revalue the RMB, the authors offer to find counterparts for those wishing to bet on a higher RMB versus the Dollar. As the RMB is not freely convertible, relevant forex forwards and options have to be done offshore. Bets are allegedly accepted in multiples of Millions of USD, and speculators are to give a 5 percent margin deposit in cash. Whereas the RMB’s exchange rate to the USD determines profit or loss, all payments are solely made in Dollars; no physical RMB changes hands.

 

The described setup is far from new, and very similar schemes have been around for other non-deliverable (= not freely convertible) currencies. Consequently it is indeed quite possible that some financial institution offer this form of “hedging” also for USD/RMB. It is also true that there are quite a few reputable international banks specialising in “exotic” products. None of them would, however, tout its services via junk-mails without clearly identifying itself, let alone hide behind some obscure middlemen! And besides: We are not at all convinced that any significant upward move of the RMB versus the USD is indeed imminent!

 

With best Wishes for 2005

Your DEUTSCHE CONSULT Team
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